Viel Lärm um nichts

Morgen halte ich meine Präsentation. Herr F. hat gestern, aus höchstwahrscheinlich diesem Grunde, mindestens dreimal versucht, mich zu erreichen, als ich noch mit dem Jürgens über die Baustelle des angehenden Firmengebäudes gejagt bin. Da mein Rückruf gestern dann zu spät kam, habe ich ihn heute um 10h noch mal angerufen.
„Moin Herr F., J. hier.“
„Ah, Frau J.! Sie halten ja morgen Ihre Präsentation“ – ach nee – „…Wie ist das eigentlich, hatten Sie Frau K. die gezeigt?“
„Ja, die habe ich ihr Mittwoch reingereicht, mit der Bitte um Freigabe bzw. Feedback, hab aber noch nichts gehört.“
„Dann haken Sie da besser noch mal nach, bevor da morgen in letzter Minute was gemacht werden muss.“
Recht hat er, hätte ich eh gemacht, morgen isses zu spät. Also habe ich Frau S., GF-Assistenz, angerufen.
Kurzform: ‚Hallo Frau S. – Morgen Präsentation – Mittwoch rübergegeben – Warte auf Freigabe – irgendwas gehört?‘
„Nein, aber ich mache die Post auch nicht mehr für Frau K., das macht jetzt Frau G. – ich stelle Sie mal durch.“
Kurzform: ‚Hallo Frau G. – Morgen Präsentation – Mittwoch rübergegeben – Warte auf Freigabe – irgendwas gehört?‘
„Hm… Präsentation? Weiß ich nichts von… Was stand denn auf dem Umschlag?“
‚Kein Umschlag, nur CD‘
„Hm… Hab ich nicht gesehen, hab da auch von nichts gehört… Ich frag mal nach.“
Ich begann schon mal vorsorglich, Blut und Wasser zu schwitzen, da ich erst letzte Woche die Erfahrung gemacht habe, dass es durchaus vorkommen kann, dass Unterlagen satte sechs Werktage in der Hauspost bleiben können, bis sie ihren Bestimmungsort erreichen. Das wäre nun aber richtig scheiße, da ich a. heute keinen Rohling mithatte und b. der GF auch Zeit zum gemütlichen Anschauen zugestanden werden muss.

Es wurde 14:30h.
‚Noch zwei Stunden Arbeitszeit‘, dachte ich mir, ‚rufen wir doch noch mal an.‘
„Hallo Frau G. Haben Sie schon was in Erfahrung gebracht?“
„Äh, nein, noch nicht. Moment, ich nehm das Telefon mal mit zu ihr rein. *trap trap auf den Flur* Oh, sie ist gerade in einem Gespräch, da kann ich jetzt nicht stören… Mh… *spricht Passanten an* Sagen Sie mal, Herr F. (!!!!), haben Sie was von einer Präsentation gehört…? *mblmbl* Nein, nichts. Frau J., ich versuch das später noch mal.“
Raaah, nun denkt Herr F. bestimmt, ich hätte mich entgegen aller weisen Voraussicht erst kurz vor Feierabend zum Nachhaken entschlossen.
20 Minuten später stürmt Jürgen A. in mein Büro: „Janna, du sollst Frau K. anrufen!“
Okay.
*wählwähl*
„S.“
„Hallo Frau S., hier J. …“
„Ah, Sie wollen zu Frau K., ich stell Sie durch.“
„A. K.! Hallo Frau J.! Das war echt blöd von mir! Ihre Präsentation ist echt klasse, natürlich ist die freigegeben! Ist wirklich gut geworden! Wir sehen uns dann morgen!“
„Ah, gut, danke. Werden Sie morgen auch da sein?“
„Ich hab die CD Herrn F. mitgegeben! Mit dem hab ich auch schon darüber gesprochen!“
„Die brauche ich gar nicht, hab das auf dem Laptop gespeichert. Werden Sie sich meine Präsentation anhören?“
„Mh, vielleicht, ich hab morgen auch… keine Termine mehr! Vielleicht!“
Nun ja, zwei Vielleichts gegen ein Keine-Termine klingt nach einem Eher-nicht, aber gucken wir mal. Jedenfalls ist meine PPP in Ordnung.

…Davon abgesehen, jedenfalls, dass sie noch gar nicht fertig ist. Mir fehlen dazu noch ein Foto von Frau J. (momentan angedeutet durch eine South-Parc-Figur ihrer selbst) und von den Azubis (momentan veraltet mit zwei von aktuell vier anderen Azubis, und einer auf dem Foto hat im August abgeschlossen). Für letzteres habe ich H. gebeten, morgen die anderen Azubis (zwei haben montags und dienstags Schule) zu krallen und ein Foto schießen und mir mailen zu lassen. USB-Stick liegt zwecks tatsächlich-mal-reibungsloser Datenübertragung auch bereit. Das Foto von Frau J. zu schießen, hat mir Jürgen M. versprochen – allerdings schon Ende letzter Woche. Wenn er heute auch nicht dran gedacht hat, erweitere ich H.s Auftrag morgen früh nochmal.
Zusammengefasst: Alles wird gut.
Ich bin, ehrlich gesagt, mordsaufgeregt. Immerhin gehören diesem Arbeitskreis genau die Leute an, bei denen ich mich eventuell in 1 1/2 Jahren, wenn ich auf der Straße stehe, bewerben möchte.
Hab mir sogar neues Make-Up extra hierfür gekauft. Ich darf aber stolz verkünden, dass ich mir nur fast neue Schuhe dafür gekauft habe.
Alles wird gut.

Bin auch schon sehr aufgeregt, muss ich zugeben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.