Sechs Tage Berlin

Und dann war da ja auch noch unser Berlin-Urlaub. Unser Zug fuhr Donnerstag um Viertel vor 10 los und wir kamen letzten Dienstag um Viertel nach 10 (abends) wieder zuhause an.
Die Fahrten waren allein dadurch bequem, dass wir nur einmal umsteigen musste und die Züge alle ziemlich leer waren, wir haben die Zeiten wohl gut gelegt. Als wir am frühen Nachmittag in Berlin ankamen, hat mein Bruder uns abgeholt und zu seiner Wohnung gefahren. Nach einem kurzen Taschen-Ablegen und Wohnung-Besichtigen sahen wir uns zu dritt in/im Wedding um, fanden schließlich ein Steakrestaurant und speisten zwischen Postern von Will Smith und Mel Gibson ganz fürstlich.
Seinemeine Schlafcouch entpuppte sich wenig später leider als eine Foltermaschine aus der Hölle; ich wundere mich, dass sich nie jemand, der bei mir darauf übernachtet hat, beschwert hat.

Natürlich war die Wohnung auch hellhörig genug, damit wir wach wurden, als mein Bruder am nächsten Morgen zur Arbeit ging, wir dösten dann noch bis acht weiter und standen dann auf. Nach Dusche und Frühstück machten wir heroisch den Abwasch und öffneten dann die Wohnungstür, vor der ein verdutzter Verputzer hockte um den Bodenbelag zu erneuern. „Sind wir eingesperrt?“, fragte ich. Er bestätigte und fügte hinzu, es habe aber ausgehangen, dass das Treppenhaus ab 9 Uhr nicht mehr genutzt werden könne. Wir saßen also „bis Einse“ in der Wohnung fest. Ich schwang den Putzlappen noch ein bißchen und schließlich hockten der Schatz und ich vor der Glotze, die Uhr fest im Blick. Zu unserer Unterhaltung trug bei, dass man im Flur eine Tür klappen hören konnte, dann Gefluche, dann erneut die Tür.
Um Viertel nach „Einse“ brachen wir dann auf, zunächst einmal in Richtung Kurfürstendamm. Nur für diejenigen, die noch nicht dort waren, möchte ich anmerken, dass es dort weit und breit keine Filiale einer Cashpool-Bank gibt. Diese Information war gratis, auf dass es dem geneigten Leser nicht so ergehe wie uns – wir sind nämlich die ganze gottversch*ssene Straße runter gelaufen, bis wir, gefühlte 5km später, am Adenauerplatz eine Sparkassenfiliale fanden und endlich Bargeld ziehen konnten.
Erschöpft und hungrig gaben wir ebendieses Bargeld (natürlich nicht vollständig) im benachbarten Dunkin‘ Donuts aus. Obwohl Käse drauf war (und das will was heißen!) war das der (gefühlte) beste Bagel meines Lebens, der Kaffee war schwarz und gut wie Gott ihn geschaffen hat und des Schatzes Rumschokobrownie schmeckte wie ein komprimiertes Stück Sachertorte. Kurz – das Paradies. In diesem Moment beschloss ich, mein Studium zu schmeißen und in W. eine Dunkin‘ Donuts-Filiale zu eröffnen. Sponsoren bitte jetzt melden.
In der festen Absicht das (gerade erst gezogene) Geld in Berlin zu vershoppen, schlenderten wir den Ku’damm wieder hinauf, waren jedoch zu gerädert um uns für irgendetwas zu begeistern. Bis ich dann, kurz vor der U-Bahn-Station, den Hugendubel erblickte. Von der Kette habe ich in meinem Bücherforum zum ersten Mal gehört und wollte unbedingt mal gucken, was es damit auf sich hat – und ich bin immer noch geplättet. Drei Obergeschosse! In jeder Etage ein Lesebereich! Ein Café!! Ich weiß, ich wiederhole mich, aber: Das Paradies!
Anschließend sahen wir uns erst den Alexanderplatz und danach den Gendarmenmarkt an, fuhren dann zum Brandenburger Tor, holten uns dort im Starbucks eine Koffeindosis und besuchten nochmal den Gendarmenmarkt um etwas zu essen. Damit endete unser Tag dann auch und wir ließen uns bei meinem Bruder (vorsichtig) auf die Schlafcouch plumpsen.

Am Samstag wollten wir uns dann die Hackeschen Höfe angucken. Das war relativ schnell abgehakt, danach sind wir wieder zum Alex gefahren und haben dort eine kleine Kameratasche für die DSLR gekauft. Kurz darauf verloren der Schatz und ich einander beim Rauchen bzw. Shoppen. Nach dem Wiederfinden habe ich mir eine Bratwurst gekauft und das zugehörige Brötchen mit den Spatzen geteilt, das hat wirklich Spaß gemacht. Dann beshoppten wir ein wenig das Alexa. Anschließend besuchten wir den Crêpes-Laden unter dem Alex, den Sari in ihrem Blog empfohlen hatte, und ließen uns einen Vanilleeis-Kirsch-Schokosoßen-Crêpe und einen Vanilleeis-Blaubeer-Frischkäse-Crêpe schmecken. Yammi! Übrigens, auch dies eine kostenlose Info, macht Schokosoße ziemlich schnell ziemlich fiese Flecken.
Anschließend spazierten wir an der Spree entlang und fuhren später mit meinem Bruder zu einem schwäbischen Restaurant in dem er Stammgast ist.

Sonntag fuhren wir zum Deutschen Technikmuseum. Die Zusammenfassung für Mädchen: gähn. Immerhin gab’s eine Bratwurst. Von dort aus sind wir zum Café Bilderbuch gelaufen, das allerdings so voll war, dass es gar nichts mehr mit seinem Namen zu tun hatte. Nach Kaffee und Kuchen fuhren wir zum Potsdamer Platz und haben uns das Sony Center und das (verkaufsoffene) Shoppingcenter angesehen. Abends gingen wir mit meinem Bruder zu einem Italiener, der bei ihm um die Ecke ist.

Montag fuhren wir nochmal zum Ku’damm und frühstückten ein überteuertes Frühstück in einem Café mit rotweißen Karos. Anschließend besorgten wir uns Souvenirs im Hard Rock Café und danach kaufte ich noch ein „Andenken“ an den riesigen Hugendubel… Danach fuhren wir nach/zum Prenzlauer Berg, das war aber eher unspannend. Auf dem Rückweg wollten wir uns bei Dunkin‘ Donuts eigentlich nur noch zwei Muffins holen, naja, und zwei Brownies, da wurden uns 12 Süßgebäcke nach Wahl für nur 12 Euro angeboten… Wir sind so schwach! Aber immerhin hätten wir eh noch Wegzehrung für die Heimfahrt kaufen müssen und so… Wir legten also eine sehr süße Mittagspause in der Wohnung ein.
Am frühen Abend trafen wir uns dann mit Katja und Micha in Kreuzberg und landeten nach einer kurzen Besprechung bei einem Mexikaner, der auch Cocktails servierte. Der Abend war feuchtfröhlich und endete ein paar Stunden später in Katjas Wohnung. Nachdem wir die letzte Ringbahn, die durchgefahren wäre, dann auch noch verpassten, gönnten wir uns den Luxus einer Taxifahrt zurück zur Wohnung meines Bruders.

Dienstag besuchten wir Kreuzberg nochmal bei Tag und erwarben abschließend bei Curry 63 eine echt-berlinische Currywurst. Sehr lecker. Dann fuhren wir zurück, packten und saßen um halb 5 brav im Zug.

Nicht erwähnt habe ich in diesen Ausführungen, dass ich ab Sonntag wegen (vermutlich) schlafcouchbedingten Schulterschmerzen permanent auf Schmerztabletten war. Auch nicht, dass ich Berlin nicht sonderlich mag. Besonders meine Shoppingausbeute ist schockierend gering, selbst der Schatz hatte mehr Erfolg. Aber die Currywurst war gut. Und der Dunkin‘ Donuts erst… Warum gibt es so was nicht bei uns??
Fotos folgen…

2 Antworten auf „Sechs Tage Berlin“

  1. Dafür, dass du Berlin nicht magst, ist der Bericht erstaunlich ausführlich und sind die Bilder toll geworden! Wir haben heuer „erst“ Hamburg geschafft, Berlin steht aber auch auf meiner „Städte, die ich mal besuchen will“-Liste.

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