Bücher der letzten drei Quartale 2015

Zoe Beck – Brixton Hill

Erster Satz: Es ist nicht der Aufprall, an den man sich später erinnert.

Irgendwas mit einem Mord in London und einem Mädchen, das verdächtigt wird. Lahm.

Lee Child – Tödliche Absicht (6. Jack Reacher Roman)

Erster Satz: Sie erfuhren im Juli von ihm und blieben den gesamten August über zornig.

Jack Reacher, der ruheloser Ex-MPler, kann vieles – aber nicht der Exfreundin seines toten Bruders einen Gefallen ausschlagen. Dieser hat es aber in sich, denn sie arbeitet beim Secret Service. Jack Reacher soll nichts geringeres, als ein Attentat auf den Vizepräsidenten verhindern.
Leider nicht das beste Buch der Reihe.

Lee Child – Der Janusmann (7. Jack Reacher Roman)

Erster Satz: Genau vier Minuten, bevor er erschossen wurde, stieg der Cop aus seinem Wagen.

Als Jack Reacher in Boston einen Mann sieht, der eigentlich aus gutem Grund tot sein sollte, lässt er seine Beziehungen spielen – und bekommt prompt Besuch von der DEA. Reacher erklärt sich bereit, als Doppelagent der neue Bodyguard eines Schmugglers zu werden. In der Höhle des Löwen jongliert er seine Interessen mit denen der Behörde und bevorzugt wie immer seine eigenen Methoden.
Auch nicht mein liebster Reacher-Roman, aber okay. Ich habe übrigens beim Verlag angefragt, wie der deutsche Titel zustande gekommen ist (die sind übrigens alle ziemlich fragwürdig), aber habe nie eine Antwort bekommen.

Leo Tolstoi – Krieg und Frieden

Erster Satz: „Nun sehen Sie wohl, Fürst: Genua und Lucca sind weiter nichts mehr als Apanagen der Familie Bonaparte.“

Wie überraschend: Napoleon überfällt Russland! Der gutherzige und spirituelle Pierre sucht den Sinn in seinem Leben, der Fürst Andrej hat Probleme mit Frauen und dem Krieg und die hübsche Natascha trifft schlechte Entscheidungen, während ihr Bruder Nikolaj auf dem Schlachtfeld um sein Leben fürchtet und
Das hat viel Spaß gemacht! Ich gehöre ja zu den Kulturbanausen, die „Krieg und Frieden“ nie gesehen haben, darum konnte ich mich voll an sämtlichen Wendungen ergötzen.

Andy Weir – Der Marsianer

Erster Satz: Ich bin so was von im Arsch.

Schon am sechsten Tag müssen die sechs Astronauten ihre Mars-Mission abbrechen, weil ein schwerer Sturm droht, das Schiff umzukippen. Auf dem Weg von der Wohnkuppel wird jedoch Mark Watney von umherfliegenden Trümmern getroffen und für tot gehalten. Als er wieder erwacht, sind seine Kollegen mit der Rakete (und sämtlichen Kommunikationsmöglichkeiten) auf dem Heimweg und ihm bleiben nur Vorräte für 6 Personen x 50 Tage – zu blöd, dass die nächste Marsmission erst in 4 Jahren und obendrein 3.200 km entfernt landen wird. Watney, seines Zeichens Mechaniker und Botaniker, lässt aber den Kopf nicht hängen. Hochmotiviert findet er einen Weg, sein Überleben zu kommunizieren und vermehrt die Thanksgiving-Kartoffeln aus dem Proviant – allerdings geht wortwörtlich alles schief, was schief gehen kann.
Ein unfassbarer Spaß! Man kommt beim Lesen vom Tränenlachen zum „Oh mein Gott“ und wieder zurück zum Gelächter und wieder zurück zum Schock. Herrlich!

Chuck Palahniuk – Fight Club

Erster Satz: Tyler besorgt mir einen Job als Kellner, und dann schiebt mir Tylor eine Pistole in den Mund und sagt, als ersten Schritt zum ewigen Leben musst du sterben.

Der Ich-Erzähler und Tyler Durden haben eine komplizierte Dreiecksbeziehung mit Marla Singer, die ja schon vor 15 Jahren verfilmt wurde. So wurde ich dann leider des überraschenden Plottwists beraubt, aber das Buch lohnt sich trotzdem unbedingt!

Lee Child – Die Abschussliste (8. Jack Reacher Roman)

Erster Satz: So schlimm wie ein Herzanfall, vielleicht war das Ken Kramers letzter Gedanke – wie eine abschließende Panikexplosion in seinem Gehirn, als er zu atmen aufhörte und im Abgrund versank.

Dieser Roman spielt Anfang 1990, als Jack Reacher noch ein mehr oder weniger gehorsamer MP-Soldat war. Er soll den Tod eines Generals aufklären, der sich erdreistet hat, seinen Herzinfarkt in einem Stundenhotel zu erleiden. Während Jack Reacher gerne herausfinden möchte, wer bei der Gelegenheit die Aktentasche des Generals entwendet hat, hat für seinen neuen Vorgesetzen der Ruf der Army absolute Priorität – immerhin ist die Umstrukturierung in vollem Gange, die Reacher in den anderen Romanen immer als Grund für sein Ausscheiden aus dem Militärdienst nannte.
Ungewöhnlicher Reacher-Roman, spaßig, aber leider auch leicht zu durchschauen und mit unnötig vielen Nebenschauplätzen.

4 Antworten auf „Bücher der letzten drei Quartale 2015“

  1. Von jemand, der wie ich „Krieg und Frieden“ auch gelesen und nicht gesehen hat,
    lasse ich mir gerne mal eine gute Lektüre empfehlen. Habe mir den „Marsianer“ notiert,
    man kann nicht genug zu lachen haben.

    1. Uff! Mannomann! Bin grad fertig mit der Lektüre! Das war ja echt der Hammer! Ich hab gar nicht so viele Ausrufezeichen auf der Tastatur, wie ich hier brauchen würde, um der Spannung, der Überraschung, dem Entsetzen und der Erleichterung Ausdruck zu verleihen, die mich bei diesem Buch abwechselnd durchgeschüttelt haben. Ich muss zugeben, dass ich bisher nie einen Science-Fiction-Roman gelesen habe, der über Jules-Verne-Niveau hinausging, aber jetzt würde ich mir sogar gerne mal den Film dazu anschauen, das war auch noch nie da! (Okay, ein Ausrufezeichen war noch da.)

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